"Stars werden heute wie Brezeln gebacken"

Torsten Stoll, Fernseh-Serienstar gab Autogramme und plauderte freimütig über seine Karriere

Torsten Stoll, Star in den Vorabendserien "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Verbotene Liebe" war am Wochenende in Haslach. Am Samstag gab er im Modehaus Kern eine Autogrammstunde.

VON SABINE SCHWENDEMANN

Haslach. Weit über 50 Fans drängten sich ins "Studio K" in der Innenstadt. Dort stellte sich Torsten Stoll den Fragen von Susanne Reich. Stoll plauderte gutgelaunt mit ihr und seinen Freimütig berichtete er über seinen Karrierebeginn als Schauspieler. Nach bodenständiger Schlosser-Lehre, einem Ballett-, Gesang-, und Schauspiel-Studium und einem Jahr DDR-Gefängnis wegen "Republikflucht" begann Torsten Stoll, Theater zu spielen. Nach vier Jahren bewarb er sich 1996 dann bei einer Casting-Agentur mit einem Demo­Band. Das Ergebnis: Er bekam eine Rolle in der Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Dort spielte er den biederen Frank Richter, Vater zweier Kinder. Auch die ARD-Serie "Verbotene Liebe" wurde auf den svmpathischen Stoll aufmerksam. Als Film-Bösewicht Sebastian sorgte er auf dem beschaulichen Film-Schloss Friedenau für viel Ärger. Natürlich hatten seine Fans viele Fragen zu den neuen Sendungen von "Verbotene Liebe". Torsten Stoll deutete vage den weiteren dramatischen Verlauf auf Friedenau an. Auch bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" wird er vermutlich irgendwann wieder auftauchen: Vielleicht als Besucher, orakelte er.

Momentan pausiert Torsten Stoll auf eigenen Wunsch. Damit wolle er verhindern, dass er zu sehr auf eine Rolle fixiert wird. Deshalb auch sein Gastspiel als Erzbösewicht bei "Verbotene Liebe". Auch über die Zusammenarbeit mit den anderen Schauspielern der Serien musste er berichten. Torsten Stoll hatte unglaublich schnell den Draht zu seinem Publikum gefunden. Einen älteren Herrn animierte er gar spontan zum Singen. Für Interviewerin Susanne Reich schlüpfte er in ein angesagtes "Studio K"­Cowboy Outfit und drehte gar eine Runde als Modell. Torsten Stoll berichtete offen, dass ihm sein plötzlicher Ruhm anfangs doch nicht ganz geheuer war: "Man wird wirklich überall erkannt und bewertet", bedauerte er. Darüber, dass viele hochgelobte "Stars" von heute wie etwa Zlatko nur noch Eintagsfliegen darstellen, hatte der 36-Jährige seine eigene Theorie entwickelt: "Stars werden heute wie Brezeln gebacken". Man müsse keine besonderen Fähigkeiten mehr haben, sondern nur vom Drang besessen sein, berühmt zu werden, sagte er mit Blick auf die "freiwilligen Knackies" im "Big-Brother"-Container.

"Alles ist schnelllebieger"

"Alles ist schnelllebieger geworden", stellte Stoll fest. Er selbst würde sich nie in den kameraüberwachten Container einsperren lassen. Er würde sich nie so offen zeigen: "Ich will mich auch hinter einer Rolle verstecken können". Stoll verteilte anschließend freigiebig Autogramme. Jugendliche, Mütter, Omas und selbst ein kleines Mädchen, das er zu seinem Tisch hochheben musste, damit sie sich ihr Lieblingsmotiv aussuchen konnte, machten davon regen Gebrauch. Auch in zahlreichen Kinzigtäler Fotoalben wird der gutaussehende Schauspieler künftig zu finden sein. Dass Torsten Stoll nach Haslach kam, war kein Zufall. Der junge Haslacher Stefan Hättich hatte den Schauspieler bei seinem Praktikum bei "Verbotene Liebe" kennen gelernt. Und jetzt trägt auch Stolls Homepage Stefan Hättichs Handschrift. Eigentlich kam er am Wochenende auch zum Arbeiten nach Haslach. Die Homepage sollte den letzten Schliff erhalten.
Die Adresse ist übrigens "www.stollart.de". Er kündigte an, die noch nicht beantworteten Fragen seiner Haslacher Fans via Internet zu beantworten. Außerdem ist Torsten Stoll über die Seite "www.vl-fanpage.de" erreichbar.

(c) Offenburger Tageblatt, Kinzigtal heute, Haslach, 13.November 2000