Schauspieler landet doch im richtigen Haslach

Thorsten Stoll aus »Verbotene Liebe« gibt Autogramme und besucht jungen Homepage-Macher Stefan Hättich

Von Christine Störr

Haslach. Große Aufregung herrschte jetzt im »studio K« des Haslacher Modehauses Kern. Der Schauspieler Thorsten Stoll, vielen besser bekannt als Frank Richter oder Sebastian Leutner, war zu einer Autogrammstunde ins Kinzigtal gekommen.

In den so genannten Daily Soaps »Gute Zeiten - Schlechte Zeiten« und »Verbotene Liebe« spielt er einmal den seriösen Familienvater, das andere mal den Bösewicht, der alles durcheinander bringt. Susanne Reich vom »studio K« kündigte den Schauspieler ganz groß an und wollte von ihm zunächst wissen, wieso er eigentlich nach Haslach kommt. Der eigentliche Grund dafür ist, so erklärte Stoll, seine Homepage im Internet. Mit der aktuellen Seite ist der Schauspieler nämlich gar nicht zufrieden. über die Homepage zu »Verbotene Liebe« wurde er auf den jungen Haslacher Stefan Hättich aufmerksam. Er ist der Macher der »Verbotene Liebe«-Seite. Nach ersten Kontakten wollte Stoll den 17-jährigen Gymnasiasten und seine Familie besuchen, um dann die Einzelheiten zur gewünschten Homepage zu klären.
Erst sei es schwierig gewesen, in Berlin das richtige Bahnticket zu bekommen, denn es gäbe so viele Haslach in Deutschland. Da fiel die richtige Wahl schwer. Er habe sich auf ein völlig abseits jeder Zivilisation gelegenes Tal vorbereitet und sei völlig überrascht, wie schön Haslach doch sei. Aus dem kurzen Besuch sei eben ein bisschen mehr geworden.
Auf die Frage nach seiner bevorzugten Kleidung holte Stoll weiter aus. In »Gute Zeiten - Schlechte Zeiten« sei er der rausgeputzte Familienvater, aber eigentlich wäre er doch eher ein Extrem aus totalem Sicherheitsstreben einerseits und Draufgänger andererseits. In den 80-er Jahren sei er ein »Müsli« mit langen Haaren gewesen. Daran habe sich eine piekfeine Phase angeschlossen. Auch der Stil, wie er sich jetzt kleide, werde sich gewiss wieder ändern. Unter großem Applaus wechselte Stoll einen Teil seiner Oberbekleidung gegen Kleidungsstücke des »studio K«.

Die Frage nach seiner bevorzügten Rolle beantwortete er eindeutig. Er spiele sehr gerne den Bösewicht. Für ihn als Schauspieler sei dies wesentlich reizvoller, zumal er derzeit zwei völlig verschiedene Charaktere verkörpern müsse. Die Figur des Sebastian Leutner käme ihm auch vom Alter her wesentlich näher als die Rolle des Frank Richter.
Nun sei er wegen eines Theäterengagements in Leipzig und Berlin aus den Serien ausgestiegen. Außerdem wolle er sich nicht zu sehr auf bestimmte Rollen festlegen lassen. Der Karriere von Thorsten Stoll hat ganz unspektakulär mit dem Ballet-Studium in Dresden und Berlin begonnen. Daran hat scih eine vierjährige Ausbildung an der Hochschule der Künste mit Musical-Studium und Schauspielerei angeschlossen.

(c) Schwarzwälder Bote, Mittleres Kinzigtal, Ortenaukreis, 14.November 2000