Thema "Verbotene Liebe":
Sind drei nicht einer zu viel?

"Time-Out"-Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Cochem

COCHEM. Die evangelische Kirchengemeinde hatte wie­der zum Time-Out eingeladen. Das Thema lautete: ,,Verbotene Liebe - Sind drei einer zu viel?" Bei den frischgebackenen Waffein, die vor der Kirche verschenkt wurden, waren allerdings drei keine zu viel.
Bänke säumten die Zufahrt, auf denen immer drei Personen saßen, um auf das Thema einzustimmen. Jeder Neuankömmling bekam ein großes rotes Herz überreicht. Und da es um "Verbotene Liebe" ging, durfte auch Ulli (Andreas Stenschke) aus der ARD-Serie "Verbotene Liebe" nicht fehlen! Das hatte eigentlich keiner erwartet!
Allmählich löste sich die Menschentraube vor der Kirche und zog in die -?- war das die evangelische Martin-Luther-Kirche? Der Raum war abgedunkelt, zu moderner Musik warf eine Lichtorgel üppige Farbspiele an die Wände, eine Bühne samt Dekoration waren aufgebaut und eine komplette "Gemeinde-Band" mit Schlagzeug, Syntheziser, Gitarren, Saxophon und Sängerin spielte sich bereits warm. Auf einer großen Leinwand war mittels einer Lichtkanone das Thema des Gottesdienstes zu lesen.
Um 17.30 Uhr ging es pünktlich los. Die gesamte Gemeinde wurde zwanglos in diesen außergewöhnlichen Gottesdienst mit eingebunden. Die Songs (wie "Forbidden love", "The winner takes it all", "Nothing at all", aber auch modern vertonte Kirchenmusik) ließen sich dank der auf die Leinwand projizierten Texte von jedermann mitsingen.
Pfarrer Guido Kohlenberg und Streetworker Andreas Knüdel moderierten mittels Mikro durch den Time-Out­Gottesdienst.
Interview, Kreuzverhör (an beiden war auch Andreas Stenschke aktiv beteiligt), Schauspiel, Songs, Lobpreisteil, Fürbitten und eine außergewöhnliche Predigt wechselten sich ab, orientierten sich jedoch immer amThe­ma des Time-Out.
Für die Predigt war als Gastredner Eugen Reiser geladen. Er verstand es, derart "bodenständig" (obwohl auf einem Barhocker sitzend) über Beziehungen, Partnerschaft, Liebe, Treue und Gott zu sprechen, dass die Gemeinde mal schmunzeln, mal lachen konnte und dann wieder ergriffen schweigen musste. Allerdings ignorierte er zum Entsetzen der Moderatoren die Zeitvorgaben hoffnungslos, was jedoch den meisten erst beim Verlassen der Kirche angesichts der fortgeschrittenen Stunden auffiel.
Es bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde trotz des erheblichen finanziellen, personellen und ideellen Aufwandes für so einen Time-Out-Gottesdienst, weiterhin Spaß und Freude an dessen Gestaltung und Aus­richtung behält. Die Resonanz war durchweg positiv. Und der nächste Termin für Time-Out steht bereits schon fest: 27. August. (mh)